Agrobs Pre Alpin Testudo, Wiesengras zu 15mm Cobs gepresst
Die Ernährung wild lebender Landschildkröten richtet sich immer nach den natürlichen Gegebenheiten der Vegetation.
In ihren ursprünglichen Lebensräumen ist die eigentliche Vegetationszeit meist auf eine kurze Zeit beschränkt, die in der
Zeit vom Hochsommer bis in den Herbst von Trockenheit und Hitze abgelöst wird. Im Frühjahr ist der Gehalt an Rohfaser
in den Pflanzen relativ niedrig und der Eiweißgehalt hoch. Im Laufe des Sommers "altern" die Kräuter und Gräser.
Der Rohfasergehalt nimmt demnach im Hochsommer zu, wohingegen der Eiweißgehalt dann stark absinkt.
Um den Bedürfnissen des Organismus gerecht zu werden, sollte eine angepasste Zusammensetzung der Fütterung im jahreszeitlichen Ablauf vorliegen.
PRE ALPIN Testudo ist ein extrem eiweißarmes Futter. Es enthält ausgesuchte, sehr proteinarme und gleichzeitig rohfaserreiche Gräser.
Durch die verringerte Eiweißzufuhr werden insbesondere Leber und Nieren entlastet und die Entschlackung des Körpers gefördert.
Bei der Fütterung von frischem Grünfutter eignet sich PRE ALPIN® Testudo als ideales Ergänzungsfutter.
Die Fütterung von PRE ALPIN Testudo wird besonders in der Übergangszeit und speziell vor der Einleitung in die Winterstarre empfohlen.
PRE ALPIN Testudo
für alle Landschildkröten ...
- ist extrem eiweißarm und rohfaserreich
- fördert die Entschlackung des Körpers
- bietet eine, an die natürlichen Lebensräume der Landschildkröten, angepasste Ernährung
- gewährt eine optimale Rohfaserversorgung und sorgt so für die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora
- enthält kein Getreide oder tierische Bestandteile
- bietet ein ideales Calcium-Phosphor-Verhältnis
- kann jederzeit zur freien Aufnahme angeboten werden
- ist frei von Geschmacks- und Konservierungsstoffen
- wird vom Institut für Zoologie in München empfohlen
Einsatzbereich:
- Grundfutter
- Rohfaserlieferant
Fütterungsempfehlung:
- Cobs mit Wasser aufweichen und zur freien Verfügung anbieten.
- Futter täglich erneuern.
Fütterung Europäischer Landschildkröten (M. Baur, Prof. Dr. R. Hoffmann)
Europäische und Mittelasiatische Landschildkröten sind in der Heimtierhaltung sehr beliebt. Als Wildtiere sind sie extrem gut an den Lebensraum der ursprünglichen Herkunftsgebiete angepasst. So ist auch ihre Ernährungsweise als Anpassung an die Gegebenheiten im Biotop anzusehen. In den Ursprungsgebieten der Europäischen Landschildkröten herrscht mildes, im Sommer (ab Mai) trockenes Mittelmeerklima bzw. kontinentales Klima. Den Tieren steht nur im Frühjahr ausreichend frisches Grünfutter - vergleichbar mit dem Frühlingsbewuchs einer mitteleuropäischen Magerwiese - zur Verfügung. Ab Mai vertrocknet das Futter zusehends und enthält somit deutlich weniger Eiweiß und leicht verdauliche, energiereiche Substanzen. Es ist teilweise mit Heu vergleichbar. In den Steppengebieten Mittelasiens herrschen ähnliche, jedoch noch extremere Bedingungen. Um in solchen Lebensräumen existieren und die dort vorherrschenden Nahrungsresourcen nutzen zu können, haben diese Arten besondere anatomische Strukturen und physiologische Anpassungen entwickelt.
So besitzen sie einen relativ kleinen Magen, der nur weinig dehnungsfähig ist, so dass sie nicht große Mengen auf einmal, sondern über den Tag verteilt viele kleine Mengen an Futter aufnehmen müssen. Blinddarm und Dickdarm sind zu räumlich stark ausgedehnten Gärkammern vergrössert und füllen einen Großteil des Bauchraumes aus. In diesen Kammern wird unter Beteiligung einer äusserst effizienten und vielfältigen Darmflora (div. Bakterien und Einzeller) mittels kontrollierter Gärung Rohfaser abgebaut und für die Schildkröte verwertbar gemacht. Dazu verbleibt das Futter bis zu 2 Wochen im Verdauungstrakt und bildet dort ein dreidimensionales Gitterwerk aus Rohfasern, das der Darmflora eine große Angriffsfläche für die Nahrungsaktivität bietet. Fehlt jedoch die strukturierte Rohfaser oder wird sie durch leicht verdauliches Material (Stärke, Zucker) ersetzt, kommt es zu Fehlgärung mit hochgradiger Verkürzung der Verweildauer des Futters im Darm. Die Darmflora wird z.T. verdrängt oder stirbt! Die Schildkröten verlieren Flüssigkeit und entwickeln z. T. unstillbare Durchfallerkrankungen. Zudem werden parasitäre Erkrankungen gefördert.
Da Wasser im Lebensraum über Monate sehr knapp sein kann, scheiden die Schildkröten die Endprodukte des Eiweißstoffwechsels als wasserlösliche Harnsäuresalze (Urate) aus, sodass dem Organismus kein Wasser entzogen wird. Diese Anpassung ist äussert effizient, sofern nicht zu viel Eiweiß im Futter enthalten ist. Zu viele Urate im Organismus, als Folge zu hoher Proteinanteile im Futter, können nicht mehr ausgeschieden werden. Nierenversagen und die hochschmerzhafte, tödlich verlaufende Gicht sind die Folge. Daher sollte ein geeignetes Futtermittel für europ. und asiatische Landschildkröten möglichst wenig Leichtverdauliches, wie Zucker, Kohlenhydrate, dafür einen möglichst hohen Prozentsatz an strukturierter Rohfaser aufweisen und möglichst proteinarm (5-8%) sein. Durch die Verwendung einer Vielzhal von Pflanzen kann der Bedarf der Tiere an fettlöslichen Vitaminen (A und E) größtenteils bis gänzlich gedeckt werden. Mineralien und Spurenelemente sind dadurch ebenfalls in ausreichender Form vorhanden.
Ein ausgewogenes und für die Tiere essentielles Verhältnis an Kalzium und Phosphor wird durch die Verarbeitung ausgewachsener Pflanzen erzielt und kann nötigenfalls zugesetzt werden.
Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass zur adäquaten Verdauung faserreichen Futters das Erreichen einer optimalen Körpertemperatur (Vorzugstemperatur 35-37° C) unbedingt nötig ist. Dies wird erreicht durch Sonnenbäder, die gegebenenfalls im Terrarium durch Installation eines lichtstarken Strahlers mit Erwärmung des "Sonnenplatzes" auf lokal 35-40°C Bodentemperatur simuliert werden muss (jedoch brauchen die Tiere auch kühle Rückzugsmöglichkeiten.
Licht und Strahlungswärme steigern die Aktivität und Fresslust der Tiere.
Zusammensetzung:
- Gräser
- Löwenzahn
- Eiweiß 6 %
- Trockensubstanz 92 %
- verd. Rohprotein 5,0 %
- Wasser 8,6 %
- Rohfaser 28 %
- Rohasche 5,2 %
- Calcium 0,34 %
- Phosphor 0,28 %
Diese Angaben sind Durchschnittswerte - geringe, naturbedingte Abweichungen sind möglich