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Ratgeber für Neueinsteiger der Terraristik

Ratgeber für Neueinsteiger der Terraristik

Einleitung:

Mit dem Hobby der Terraristik bringen Sie ein Stück Natur in Ihr Wohnzimmer oder Sie bringen Ihren Wintergarten zum Leben. Sie haben die Möglichkeit Reptilien, Schlangen, Schildkröten oder Wirbellose zu beobachten und ihnen den ursprünglichem Lebensraum detailgetreu nachzubauen. Sie können entscheiden, ob Sie ein Stück Regenwald, Steppe oder Wüste simulieren und pflegen möchten. Bieten Sie Ihrem Pflegling optimale Verhältnisse, um eine evtl. Weiterzucht anzustreben. Viele Reptilien und andere Echsen sind in ihrem Herkunftsgebiet bedroht. Sei es durch den Tourismus, durch Vernachlässigung der Umwelt wie z.B.: die Rodung verschiedener Waldgebiete oder sonstiges. In vielen Privathaushalten leben Reptilien und andere Echsen, die Sie in der freien Natur nur noch sehr selten antreffen würden. Die Weiterzucht oder ein schönes Leben mit Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung ist unser Ziel, wenn wir Terrarientiere halten und dabei bieten wir Ihnen den bestmöglichen Lebensraum zB.: Stresskrankheiten zu vermeiden.

Welche Tiere und woher kommen die?
Es lohnt sich auf jeden Fall, mehr über das Herkunftsgebiet der Pfleglinge zu erfahren. Je detaillierter die Informationen, desto naturnaher können die Bedingungen im Terrarium nachgebildet werden. Da fast alle Terrarientiere wechselwarme Tiere sind, ist ihre Körpertemperatur im Gegensatz zu Warmblütlern von der Umgebungstemperatur und der Sonneneinstrahlung abhängig. Dabei regeln die Tiere durch bestimmte Verhaltensweisen, wie z.B. Sonnenbaden oder Aufsuchen kühlerer Zonen ihre Körpertemperatur in dem für sie optimalen Bereich. Nur dann kann Verdauung und Stoffwechsel effektiv arbeitenund die Tiere zeigen ihr arttypisches Verhaltensreservoir.
Dies ist bei der Haltung unbedingt zu beachten. Wüstentiere scheinen nur auf den ersten Blick unter heißen Bedingungen zu leben. Wer einmal in der Wüste war, weiß wie empfindlich kalt es dort nachts wird und würde auch versuchen diese Erfahrung für die Terrarienhaltung umzusetzen. Ganz anders die Situation im tropischen Regenwald:
Relativ konstante Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und kein grelles Licht sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Tiere im Dschungel leben.
Viele baumbewohnende Arten haben jedoch die Möglichkeit, aktiv sonnenbeschienene Stellen aufzusuchen.
 

             
schattiger Regenwald                      
 

Das Terrarium

Derzeit werden verschiedene Materialien zum Bau von Terrarien angeboten. Glasterrarien, Kuststoff- bzw. Plexiglasterrarien oder Holzterrarien. Holzterrarien eignen sich eigentlich nur für Trockenterrarien. Plexiglasterrarien werden mit der Zeit matt oder trüben und sind auch nicht viel günstiger als Glasterrarien, die sich sehr einfach reinigen lassen und der richtige Durchblick auf lange Zeit gewährleistet ist. Die PU Terrarien von Terraris sind dagegen unempfindlich, ideal für die Reptilienhaltung und bieten Schutz, das Sie von drei Seiten nicht einzusehen sind.

Die Größe und Form des Terrariums richtet sich grundsätzlich nach der Körpergröße und dem Bewegungsverhalten des Terrariumpfleglings. So sollte für ein Baumbewohner ein eher höheres Terrarium und für Bodenbewohner eines mit großer Grundfläche ausgewählt werden. Es ist außerdem zu beachten, dass die notwendige Terrarientechnik dem Volumen des Terrariums richtig angepasst ist. Reptilica bietet neben der notwendigen Terrarientechnik auch Dekorationsgegenstände an, die zum Teil auch aus dem Ursprungsland des Pfleglings kommen. Die Dekorationsgegenstände erfüllen nicht nur den Zweck zum optischen Gesamteindruck sondern bieten Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten.


 

Den Standort des Terrariums wählen Sie so, dass eine Überhitzung durch Sonnenstrahlen vermieden wird. Ansonsten können Sie ein Terrarium beinahe überall im Wohnbereich aufstellen. Am günstigsten wäre es, wenn Sie Ihre Tiere bequem von Ihrem Aufenthaltsbereich beobachten können.

Der wichtigste Faktor im Terrarium ist das Klima. Das Klima im Terrarium dem typischen Klima in der Natur exakt nachgestellt, zeigen Ihre Tiere das natürliche Verhalten und können gesund leben.
Neben den Temperaturen (Luft- und Bodentemperatur), die Luftfeuchtigkeit mit der Gewährleistung der Be- und Entlüftung ist auch die Lichtintensität und deren Qualität optimal einzuhalten. Da die meisten Reptilien und andere Terrarienpfleglinge wechselwarme Tiere sind ist ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängig. Im Gegesatz zu Warmblütern tanken Sie Wärme bei einem Sonnenbad oder ziehen sich in die Kühlzone des Terrariums. Je nach Größe und Volumen des Behälters ändern sich die Klimawerte schneller bzw. langsamer. So kann in einem kleinen Terrarium die Luftfeuchtigkeit sehr viel schneller abnehmen, wenn die Temperatur steigt. Bei einem großen Terrarium dagegen, sinkt sie bei steigender Temperatur sehr viel langsamer. Mit der geeigneten Technik lassen sich die Klimabedürfnisse aller Terrarientiere vorab perfekt einstellen. Außerdem lassen sich mit geeigneter Terrarientechnik verschiedene Regenzeiten und -zeiten einstellen.

 

Unterschiedliche Terrarientypen

Zunächst stellen wir Ihnen zwei Klimatypen nämlich das Regenwaldterrarium und Steppen- und Wüstenterrarium. Aber auch das Paludarium bzw- das Aquaterrarium für z.B.: Wasserschildkröten.

     

Das Regenwaldterrarium

Das Regenwaldterrarium

Beim Begriff Regenwaldterrarium denkt man unwillkürlich an den Dschungel hinter Glas und verbindet dies automatisch mit hoher Luftfeuchtigkeit und mehr oder weniger konstanten "tropischen" Temperaturen. Hier weicht die Vorstellung weniger von der Realität ab als beim Wüstenterrarium. Tatsächlich sind die charakteristischen Klimafaktoren eines Regenwaldterrariums relativ konstante Temperaturen um 25-30°C bei geringer Abkühlung während der Nacht und relativ hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Höhe der erforderlichen Luftfeuchtigkeit und Temperatur kann je nach Tierart verschieden sein. Das Einholen entsprechender Informationen ist auch hier die Basis für eine erfolgreiche Pflege. In den Tierbeschreibungen auf Reptilica erhalten Sie die Information, die Sie zur Pflege entsprechender Tierart benötigen. Sollte eine Information fehlen, so kontaktieren Sie uns umgehend. Wir werden die Beschreibung erweitern.

Als Bodenbelag im Regenwaldterrarium eignet sich JBL TerraBasis, Terrarienerde - Bodengrund für feuchte und halbfeuchte Terrarien oder JBL TerraBark, Bodensubstrat aus Pinienrinde für Wald- und Regenwaldterrarien hervorragend. Bei der Einrichtung des Regenwaldterrariums spielen vor allem die Pflanzen eine Hauptrolle. Eine vielzahl an geeigneten Pflanzen sind hier erhältlich.

Im Prinzip ist alles geeignet, was Sie hier Tropenpflanzen (echt) und hier Tropen- und Regenwaldpflanzen finden. Die Größe sollte natürlich mit dem Platzangebot harmonieren. Sollen Tiere mit Haftfingern, wie z.B.: Phelsuma dubia, Palmen Taggecko, so sind Pflanzen mit großflächigen, glatten Blättern zu empfehlen, da die Tiere sonst fast ausschließlich sich an den Scheiben aufhalten werden.

Als strukturierendes Element im Regenwaldterrarium eignen sich allerlei feuchtigkeitsresistente Äste oder Korkrinde. Mit Aufsitzerpflanzen (Bromelie - Terrariumpflanze ca. 10-15cm) dekorierte Kork,Wurzeln, Lianen, Äste, Hölzer & Zweige stellen einen Blickfang in jedem Regenwaldterrarium dar. Seiten- und Rückwände können ebenfalls mit in die Gestaltung der Landschaft einbezogen werden. Sei es durch ankleben flacher Steine, Pflanzelementen aus Kokosfasern oder eigene Schöpfungen aus bearbeitetem Styropor, das anschließend mit einer stabilen Deckschicht und Farbe versehen wird. Der gestalterischen Phantasie sind bei einem Regenwaldterrarium kaum Grenzen gesetzt. Allerdings müssen die Bedürfnisse der Tiere und die Möglichkeit der einfachen Reinigung stets mit bedacht werden.

Bewegtes Wasser in Form von Wasserfällen in Verbindung mit mehr oder weniger großen Wasserbehältnissen sind als weiteres interessantes Gestaltungselement zu nennen. Viele Tiere, wie Chamäleons bevorzugen für die Wasseraufnahmebewegtes Wasser. Beim installieren von Wasserbehältnissen und Wasserfällen ist natürlich zu beachten, daß Ausstiegsmöglichkeiten vorhanden sind für Tiere, die gewollt oder ungewollt ein Bad nehmen.

Plastikpflanzen bzw. sehr gut nachgebildete Imitate sollten dann verwendet werden, wenn große bzw. schwere Tiere gepflegt werden.

Die Technik für ein Regenwaldterrarium im Überblick:

 

Set Einrichtung Amazonas - Regenwaldterrarium
Terraris® Nature Deco-Set - Brasil & Peru
Terraris® Nature Deco-Set - Tropical

Das Wüstenterrarium
Der Lebensraum Wüste ist uns Menschen allgemein als recht heiße Angelegenheit bekannt. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch fest, dass die Lebensräume von Reptilien in der Wüste geprägt sind durch sehr starke Temperaturunterschiede, je nach dem, wo die Tiere sich aufhalten. Nachts kommt es dazu zu recht drastischen Temperaturabfällen. Um die für Stoffwechselvorgänge und typisches Verhalten (Balz, Revierkämpfe etc) erforderliche Temperatur zu erreichen und zu halten, wechseln Wüstentiere gezielt zwischen warmen, sonnenbestrahlten Bereichen und kühleren schattigen Stellen im Lebensraum.

Dabei ist zu beachten, daß speziell Wüstentiere durchaus auch lokale (!!) Stellen mit 50-60°C im Terrarium benötigen, sie aber dort nicht den ganzen Tag verweilen. Die Verweildauer unter der Wärmequelle wird ihren natürlichen Lebensräumen von der Lufttemperatur und der Windbewegung beeinflußt. Im Frühjahr bei kühlen Lufttemperaturen und starken Winden müssen sie sich oft ausgiebig sonnen um ihre Vorzugstemperatur zu erlangen. Dagegen meiden sie im Hochsommer bei 38°C Lufttemperatur und Windstille die Sonneneinstrahlung, um sich nicht über ihr Temperaturoptimum (bei vielen Wüstenarten zwischen 35-42°C) hinaus aufzuheizen. Sehr wichtig bei der Erwärmung des Terrariums ist daher die unregelmäßige Wärmeverteilung im Becken. Die Tiere müssen immer die Möglichkeit haben, kühlere Orte aufzusuchen, wenn sie sich genügend aufgewärmt haben. Der Pfleger muss durch entsprechende Auswahl der technischen Hilfsmittel und ihres Einsatzes (z.B. niemals den gesamten Terrarienboden mit einer Bodenheizung auslegen) dafür sorgen, das im Terrarium Klimagradienten entstehen und nicht ein gleichmäßiges Saunaklima. Wichtig hierbei ist vor allem die Schaffung eines Temperaturgefälles im Terrarium. Kein Reptil überlebt Kerntemperaturen von 48°C.

Die Einrichtung eines Wüstenterrariums kann folgendermaßen aussehen:
Als Bodengrund eignen sich alle Arten von Sand.

JBL TerraSand, roter Terrariensand wird feucht geliefert und kann beim Einbringen modelliert werden. Ebenso der Terraris® Desert Namibia red - grabfähiger Terrariensand 5kg für Wüstenterrarien härtet nach dem Trocknen zu einem gewissen Grad aus und bietet so grabenden Tieren die Möglichkeit, Höhlen anzulegen.

weitere Sandsorten für grabende Wüstentiere:
JBL TerraSand, weißer Terrariensand Bodengrund für Wüstenterrarien
JBL TerraSand, gelber Terrariensand Bodengrund für Wüstenterrarien
Terraris® Desert Sahara yellow - grabfähiger Terrariensand 5kg für Wüstenterrarien
Terraris® Desert Sahara yellow - grabfähiger Terrariensand 5kg für Wüstenterrarien
 

Je nach den Bedürfnissen der Tiere kann durch Steinaufbauten oder mit Höhlen strukturiert werden. Zur Sicherheit der Tiere sollten Steinaufbauten verklebt werden. Für Steinaufbauten in Großterrarien kann das Gewicht zum Problem werden. Hier sind  Kunstwurzeln & Kunststeine empfehlenswert.
Aber auch die Kategorien Terraris® Nature und DekoSet für Wüsten- bzw. Steppenterrarium helfen zur Dekoration ein ganzes Stück weiter.

Entsprechende Pflanzen, wie z.B. Sukkulenten, Tillandsien, Kakteen oder natürliche Äste, Hölzer und Lianen eignen sich ebenfalls besonders gut. Wüsten- und Steppenpflanzen sollten nur als Imitate verwendet werden, wegen der hohen Verletzungsgefahr bei echten. Werden größere und bewegungsaktive Tiere gepflegt, haben lebende Pflanzen in der Regel keine Chance zu überleben.

Set Einrichtung Ägypten - Wüstenterrarium für alle Wüstenbewohner
Terraris® Nature Deco-Set - Africa
Terraris® Nature Deco-Set - Australia

Die Technik für ein Wüstenterrarium im Überblick:

Ein Terrarium für sonnenliebende Landschildkröten kann im Prinzip ähnlich aufgebaut sein, wie ein Wüstenterrarium. Als Bodengrund sollte jedoch kein Sand verwendet werden. Hier eignet sich z.B.: JBL TerraBark, Bodensubstrat aus Pinienrinde hervorragend.
 

 

Das Paludarium bzw. Aquaterrarium

Das Aquaterrarium bzw. Paludarium sind bestens zur Pflege von Wasserschildkröten, wobei die Pflegemaßnahmen und Erfordernisse an Einrichtung und Technik eines Aquariums gelten. Die Firma Ferplast bietet mit Ihrer Serie Jamaica sehr schöne Schildkrötenbecken

 

Für allgemeine Fragen zur Haltung von Terrarientieren können Sie aber auch unser Forum besuchen forum.reptilica.de

Das Reptilica forum mit freundlichen Moderatoren und dem Reptilientierarzt Dr. Bauer

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